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James Francis Gill

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James Francis Gill

James Francis Gill ist einer der letzten noch lebenden US-amerikanischen Pop-Art Künstler der ersten Stunde.

Im Steilflug in den Kunsthimmel


Seine künstlerische Karriere nimmt Fahrt auf, als er von Texas nach Los Angeles zog und sich bei Felix Landau vorstellte. Dieser nahm ihn sofort unter Vertrag. Landau galt als „Tastemaker“, er war einer der einflussreichsten Galeristen in den USA. Gill erreichte schnell internationale Anerkennung, besonders als bereits im November 1962 das Museum of Modern Art in New York sein „Marilyn Triptych“ in die ständige Sammlung aufnahm. Es ist ein zentrales Werk – nicht nur für Gills eigenes Œvre. Damit hatte er Marilyn Monroe bereits vor Andy Warhol als Pop Art-Ikone stilisiert. Eine weitere Ehrung erfuhr er durch die Präsentation seiner Zeichnung „Laughing Woman in Car and Close-up“ zwischen Zeichnungen von Picasso und Odilon Redon im Museum of Modern Art.

Der endgültige Durchbruch kam 1967, als Arbeiten Gills auf der bedeutenden „Sao Paulo 9 – Environment USA: 1957-1967“ in Brasilien gezeigt wurden, neben Werken u.A. von Andy Warhol, Edward Hopper, Roy Lichtenstein, Jasper Johns und Robert Rauschenberg. Diese Ausstellung festigte Gills Platz in der internationalen Kunstszene. Seine Werke fanden darauf hin Einzug in weitere bedeutende Museen und Sammlungen. Das Time-Magazin beauftragte ihn mit einem Portrait des aus einem russischen Arbeitslager geflohenen Alexander Solschenizyn.

Gill war mit den Stars seiner Zeit bekannt und hat viele gemalt. Seine Bildinhalte wurden zunehmend politisch motiviert. Insbesondere unter dem Einfluss des Vietnamkrieges stellte er führende Persönlichkeiten in ihren Verwicklungen in politische Prozesse dar. Damit legte er einen tiefgründigen und vielschichtigen Sinn in seine Werke – und gab der Pop Art eine neue Richtung, die viel diskutiert und kommentiert wurde.

Bruch und Neuanfang


1972 folgte ein radikaler Bruch. Die Einsicht, dass in einem Leben auf der Überholspur Glück und Zufriedenheit auf der Strecke bleiben, ließ ihn alles aufgeben, was er bis dahin erreicht hatte und zum sprichwörtlichen Einsiedler werden - in der selbst gebauten Blockhütte abseits der Zivilisation. Erst 1979 kehrte er nach Texas zurück. Er entwickelte seine künstlerische Ausdruckskraft weiter, aber unterwarf sich keinen Zwängen des Kunstmarktes mehr. Bis Mitte der 1990er Jahre ging er mit seinen Werken nicht mehr in die Öffentlichkeit.

Bei der Arbeit als Zeichner in einem Architekturbüro entdeckte er um 1987 die künstlerischen Möglichkeiten, die in Computer und Drucker stecken - und begann, damit zu experimentieren.1997 schließlich rückte James Gill wieder in das Geschehen der Kunstwelt. Auslöser war ein Interview, das Professor David McCarthy im Auftrag des Kunstmagazins „American Art“ des Smithsonian American Art Museums führte. In dessen Folge wurden zahlreiche Galerien und Museen mehr und mehr auf ihn aufmerksam. Heute wird er von einer deutschen Agentur weltweit vertreten.

Spätwerk


Um 2007 entwickelte Gill neue künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten. Im Gegensatz zu seinen früheren Arbeiten zieht er heute die klassischen Pop Art-Ikonen, wie Marilyn Monroe, John Wayne oder Paul Newman als Motive vor. In einer Verschmelzung von Realismus und Abstraktion stellt er sie sowohl in sinnlichen Formen und leuchtendem Kolorit als auch in Brüchen dar, die durch deren Lebensläufe motiviert scheinen. Damit erreicht Gill eine Vielschichtigkeit, die seine Kunst über die große Strömung der aktuellen Pop Art deutlich hinaus hebt. Dabei sagt er in aller Bescheidenheit, „die mysteriöse Macht der Kunst ist nicht nur im visuellen zu finden, sondern hauptsächlich in der Leidenschaft, die der Betrachter fühlt“. Damit macht er den sonst außen stehenden Betrachter zu einem wesentlichen Teil seiner Kunst.

Zur Umsetzung seiner Ideen bedient er sich aller Techniken, die ihm zu Gebote stehen. Grundlage ist meist das Foto. Die Bildkomposition wird am Computer erarbeitet. Es entstehen mitunter collagehafte Bildmontagen, die er als „Metamage“ oder „Pop Surrealism“ bezeichnet. Am Ende steht wieder die klassische Malerei oder die Serigraphie. Für die Auflagen, die mit 80-100 Exemplaren 10 E.A. relativ klein sind, arbeitet er mit einem der weltbesten Siebdrucker zusammen: dem Altmeister Hans-Peter Haas, der seit den 1950er Jahren für bedeutende Künstler Serigraphien geschaffen hat und der für eine hervorragende Druckqualität bürgt.


Links

Whikipedia:  https://de.wikipedia.org/wiki/James_Gill

Media
BR:  https://www.youtube.com/watch?v=k8FYD20YuiI

TVO:  https://www.tvo.de/mediathek/video/coburg-pop-art-kuenstler-james-f-gill-praesentiert-seine-werke/

James Francis Gill

- 1934 in Tahoka (Texas) geboren

- 1956-1960  studierte er Architektur, daran anschließend im Rahmen eines Stipendiums ein Jahr Malerei an der Universität Austin, Texas.

- 1962  Aufnahme des Frühwerkes "Marilyn Triptych" in das Museum of Modern Art, New York in die ständige Ausstellung

- 1967 Arbeiten Gills auf der bedeutenden "Sao Paulo 9 - Environment USA: 1957-1967" in Brasilien; künstlerischer Durchbruch

Neben der eigenen Kunst widmete Gill sich der Lehre der Malerei
- 1965  an der Universität Idaho,
- 1969  an der Universität von Kalifornien in Irvine.
- 1970  im Rahmen einer Gastprofessur an der Universität von Oregon.

- 1972  kompletter Rückzug aus dem Weltgeschehen.

- 1979  Rückkehr nach Texas

- 1987  Entwicklung der künstlerischen Möglichkeiten des Computers und Druckers

- 1997  Wiederentdeckung Gills in Folge eines Interviews im Auftrag des Kunstmagazins "American Art"

- um 2007  Entwicklung des Spätwerkes - Metamage und Pop Surealism

 

Museen - Auswahl
Gills Werke sind in zahlreichen bedeutenden Museen und Sammlungen vertreten, darunter:
Museum of Modern Art, New York – Whitney Museum of American Art, New York – Berkeley Art Museum, University of California, Berkley – Smithsonian American Art Museum, Washington, D.C. - National Portrait Gallery, Washington, D.C. - The Art Institute of Chicago, Chicago – Museum Moderner Kunst der Stiftung Ludwig, Wien – Museum Neue Galerie, Kassel

 

Gill SG Marilyn in the Sky 2012 110x76cm 1280x900px

MARILYN IN THE SKY  .  2012
Serigraphie - Blattgröße 110 x 76 cm

The Collector's Edition 2020

Anfang und Mitte der 60er Jahre schuf Gill eine Serie besonderer Motive von Frauen und Männern. Ob nun Joseph T. Kennedy, der Vater von John F. Kennedy oder Gills damalige Ehefrau, die Schauspielerin Antoinette Bower - sie alle hatten auf diesen Werken eines gemeinsam: Gill hielt den für sie wichtigen Moment, als sie aus dem Fahrzeug stiegen und die gesamte Presse mit Blitzlichtgewitter bereitstand, in seinen Gemälden fest. Gill traf mit dieser Serie den damaligen Zeitgeist und trifft ihn auch noch heute. Eine falsche Bewegung, einmal nicht gelächelt - die Fotografen warteten auf Missgeschicke. Am nächsten Morgen wusse es dank New York Times, Washington Post oder L.A. Times die ganze Welt.

Gill konzentrierte sich bei seinen Werken jedoch auf das Positive. Er wollte den Augenblick einfrieren, wenn die Person die Intimität des Autoinneren verlässt und sich der Öffentlichkeit zeigt. Der amerikanische Schriftsteller William Inge kommentierte einst: "Die Gemälde von James Gill sind so aktuell wie die Morgenzeitung; aber das Wichtigste, was wir in diesen Gemälden entdecken - was die Zeitung übersieht - ist ein intimer Blick auf die Personen, die in diesen Titelstories die Hauptrolle spielen."

Unter dem Eindruck dieser Arbeiten Gills Mitte der 60er-Jahre stand auch die US-amerikanische Schriftstellerin und Kuratorin Lucy R. Lippard, als diese ihr 1966 in der Originalausgabe erschienenes Buch "Pop-Art" verfasste: "James Gill versucht mit Farbe und Fettkreiden Menschen schnappschussartig in bestimmten Situationen festzuhalten. [...] Auf diese Weise hat er Pop-Themen wie Marilyn Monrie, John Wayne oder Präsident Kennedy im flüchtigen Stil des Nachrichtenbildes portraitiert." Henry J. Seldis, Kunstredakteur der Los Angeles Times, schrieb hierzu bereits im Jahr 1965: -"Gill entfernt die Masken von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und enthüllt ihre verschwommene Anonymität mit einem starken Impuls auf unser Bewusstsein."

Da sich die Werke Gills aus den 60er Jahren fast ausschließlich in Museen oder privaten Sammlungen befinden, wurde mit der "Collector's Edition" eine Serie von besonderen Editionen aufgelegt. Im Jahr 2019 erschien mit dem "Marilyn Triptych II" ein Box-Set, limitiert auf 50 Exemplare. Ab 2020 erscheinen mit den "Women and Men in Cars" weitere Serigrapien der "Collector's Edition". Sieben dieser Werke sind ebenfalls in einem Box-Set erhältlich. Diese Motive legten den Grundstein für Gill's Karriere. Mit den "Women in Cars" und "Men in Cars" überzeugte Gill in den 60er Jahren Felix Landau und schaffte einen grandiosen Einstieg in die Kunstwelt.

Text aus: JAMES FRANCIS GILL - Catalogur Raisonné of original Prints . Volume 2
Herausgeber: Premium Modern Art GmbH & Co.KG, Heilbronn 2020

Den überaus hochwertigen Druck der neuen Edition besorgte GRAFFITI SIEBDRUCK auf handgeschöpftem Büttenpapier. Es gelang auf hervorragende Art, die Anmutung der Originalgemälde, die in Wachskreide auf Holz geschaffen wurden, in den Serigraphien einzufangen. Alle Blätter sind numeriert und vom Künstler James F. Gill handsigniert.

Hinweis:
Wir haben für Sie eine Auswahl  zum Verkauf angebotener Bilder
vom Künstler James Francis Gill unten stehend als Galerie zusammengestellt.

Gallery · James Francis Gill

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